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Benker-Areal: Neue Energie im alten Gemäuer

Ökologische Wärmeerzeugung aus Holzpellets und Kraft-Wärme-Kopplung ziehen in altes Turbinenhaus – erster Bauabschnitt des ESM-Nahwärmenetzes fertig

SELB/MARKTREDWITZ. Die Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) stattet das Neubaugebiet im Benker-Areal mit einer innovativen Wärmeversorgung aus. Der erste Bauabschnitt mit den Tiefbauarbeiten ist jetzt fertig: Das Unternehmen hat in den vergangenen Wochen 150 Meter Nahwärmeleitungen in der Fabrikstraße verlegt. Im Zentrum der künftigen Wärmeversorgung steht eine Energiezentrale, in der mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt wird. „Die Wärmeenergie für die angeschlossenen Gebäude werden wir zu einem Teil aus Holzpellets generieren“, kündigt Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM an. Für eine hohe Versorgungssicherheit im Quartier kombiniert das Unternehmen die Anlage mit einem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW). „Wir konnten die Stadträte von Marktredwitz mit unserem Konzept überzeugen, die Planungen für den Bau der Energiezentrale in den nächsten zwei Jahren laufen jetzt auf Hochtouren“, sagt Klaus Burkhard. Einziehen wird die Zentrale in das ehemalige Turbinenhaus des Areals: In dem denkmalgeschützten Gebäude wurde bereits früher Energie erzeugt. Ziel ist es auch, dieses möglichst harmonisch in das Gesamt-Ensemble zu integrieren. Geht es nach Stadt und ESM, werden sich die Bewohner davon später selbst überzeugen können: Eine Glasfront könnte das Turbinenhaus für Blicke von außen öffnen.

Umweltschonende Wärme und Ökostrom
Mit einer Raumhöhe von etwa elf Metern gibt es reichlich Platz im Turbinenhaus. "Logistisch wird es dennoch eine Herausforderung. Wir können zum Beispiel beim Pufferspeicher nicht auf eine fertig montierte Lösung zurückgreifen, sondern werden ihn im Gebäude Stück für Stück zusammensetzen", sagt Dominic Blechschmidt, Wärmefachmann bei der ESM. Der Speicher mit einem Volumen von voraussichtlich 40.000 Litern ist dafür da, erzeugte Wärme zwischenzulagern. Erzeugt wird sie sowohl in einem speziellen Pelletvergaser-BHKW als auch in einem erdgas-betriebenen BHKW. Ergänzt werden diese beiden Wärmeerzeuger durch einen Spitzenlastkessel. "Das gibt uns größtmögliche Flexibilität bei der Wärmeerzeugung. Der Brennstoff Holz macht das Nahwärmenetz besonders umweltschonend", erklärt Dominic Blechschmidt. Das ist vor allem für Bauherren relevant: In Neubaugebieten müssen die strengen Vorgaben der Energieeinsparverordnung erfüllt werden; gleiches gilt auch für die energetische Sanierung von Gebäuden. Dazu muss ein Teil der benötigten Energie aus regenerativen Quellen stammen. "Mit unserer Lösung brauchen sich Investoren und Bauherren keine Gedanken mehr machen", ergänzt Klaus Burkhardt. Den Ökostrom aus den beiden BHKW speist die ESM in das lokale Stromnetz ein.

 Weitere Bausteine in Planung
Auf dem knapp drei Hektar großen Areal zwischen Innenstadt und Auenpark entsteht neben Büro- und Wohngebäuden auch eine Außenstelle des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Räumlichkeiten für das Dienstleistungsgewerbe. Auch eine Seniorenwohnanlage und eine Kindertagesstätte sind geplant. "Daraus ergeben sich für uns weitere interessante Perspektiven. Es ist möglich, aus der generierten Wärme über eine Kältemaschine in den Gebäuden dezentral Kälte zu erzeugen. Das Ganze funktioniert wie ein Camping-Kühlschrank, nur größer", erläutert Klaus Burkhardt. Die ESM sieht auch die Option, eine dezentrale Notstromversorgung als Netzersatz aufzubauen und dann unabhängig von der Wärmelieferung anzubieten. Auch ein Glasfasernetz ist für Klaus Burkhardt denkbar im Benker-Areal: "Die ESM betreibt bereits seit einigen Jahren solche Breitbandnetze für schnelles Internet."

Start der Wärmeversorgung in 2019
In den kommenden Wochen ruht die Arbeit auf der Baustelle im Benker-Areal. "Sobald es die Witterung zulässt, beginnen wir im Frühjahr mit dem zweiten Bauabschnitt", sagt Silvio Schedewy, der das Projekt gemeinsam mit Dominic Blechschmidt betreut. Diese Phase umfasst die Verlegung von weiteren Wärmeleitungen in der Fabrikstraße sowie Leerrohre für die Stromversorgung und die ESM-eigene Kommunikation bis zur Dörflaser Brücke. In den Seitenstraßen geht es weiter, wenn dort die ersten Gebäude gebaut werden. Auch der Umbau des Turbinenhauses wird nächstes Jahr beginnen können.