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Damit Sie über aktuelle Unternehmensentwicklungen und -meldungen stets bestens informiert sind, finden Sie an dieser Stelle offizielle Nachrichten der Energieversorgung Selb-Marktredwitz.

Blühendes Paradies für Bienen

ESM pflanzt Streuobstwiese beim Hochbehälter Oberweißenbach – Kulturbiotop zum Schutz der Artenvielfalt

SELB/MARKTREDWITZ. Es wird ein Paradies für Bienen und andere Insekten: Die Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) hat ein Areal beim Wasserwerk Oberweißenbach in eine Streuobstwiese verwandelt. "Mit der Schaffung dieses Kulturbiotops wollen wir einen Beitrag leisten für die Erhaltung der Artenvielfalt in der Region", erklärt Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM. Der Nebeneffekt: Bereits im kommenden Herbst wird die ESM voraussichtlich den ersten eigenen Honig ernten.

"Ohne Bienen würden weite Teile der Landwirtschaft nicht funktionieren und Wildpflanzen könnten sich nicht mehr vermehren", erklärt Klaus Burkhardt und fügt an: "Für uns ist diese Aktion eine Investition in eine lebenswerte Zukunft der Region." Mehr als 60 Bäume und Büsche – darunter Haselnuss, Kornelkirsche, Sanddorn und Holunder – haben Gärtner in den vergangenen Tagen auf dem Grundstück des Energie- und Wasserversorgers gepflanzt. Bislang war die Fläche an einen Bauern verpachtet, der sich nun um die Pflege der Streuobstwiese und der Hecken kümmern wird. Die noch jungen und zarten Apfel-, Birn- und Kirschbäume sowie Pflaumen- und Mirabellenbäume wurden zusammen mit den Wildobstgehölzen, wie Johannis- oder Stachelbeere, bewusst im Herbst in den Boden gebracht: "Sie sollen über den Winter kräftige Wurzeln schlagen. Die Zusammensetzung der Obstbäume und Sträucher ist so konzipiert, dass ab dem Frühjahr das ganze Jahr über etwas blüht, um den Bienen bis in den Spätherbst Nahrung zu liefern", verdeutlicht Christian Fischer, Betriebsingenieur Wasser bei der ESM. Nach dem Winter soll das Bienenparadies noch um einen Blühstreifen erweitert werden – ähnlich wie im Windpark Vielitz.

Ernten erlaubt
Die ESM hat für das Biotop eine Kooperation mit einer Imkerin vereinbart: Im Frühjahr wird Sie auf der Streuobstwiese beim Hochbehälter Oberweißenbach drei bis vier Bienenvölker ansiedeln, die voraussichtlich etwa 20 bis 30 Kilogramm Honig pro Jahr produzieren. Für Klaus Burkhardt sind Streuobstwiesen und Bienen eine besonders gute Kombination: Die Pflanzen liefern den Bienen Nektar und Pollen und profitieren durch die Bestäubung. Das soll sich in einigen Jahren, wenn die Bäume weit genug gediehen sind, bei der Obsternte bemerkbar machen. Bereits im nächsten Jahr werden wahrscheinlich die Wildbeerensträucher Früchte tragen – Spaziergänger können sich dann über Johannisbeeren und Stachelbeeren am Wegesrand freuen. "Ernten ist ausdrücklich erlaubt. Die Büsche haben wir als Vogelschutzhecken angelegt. Sie finden dort in Zukunft Nahrung und Nistmöglichkeiten", weiß Christian Fischer. Bis zur Bienenweide am Wasserwerk war es allerdings ein langer Weg. Bei der Umsetzung unterstützt wurde die ESM von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Wunsiedel und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Coburg. Ermöglicht haben das Projekt auch Clara Sikorra, die als Imkerin ihre Kenntnisse über Bienen einbrachte, und Wolfgang Kiesling von der gleichnamigen Gärtnerei in Schirnding, der fachmännisch mit Rat und Tat bei der Auswahl der Bäume und Gehölze und deren Pflanzung zur Seite stand.

Die Idee, ein Bienenbiotop zu schaffen, hatte Klaus Burkhardt bereits lange bevor Insektenkundler vor einigen Wochen mit einer Studie zum Schwund der Biomasse bei Fluginsekten in mehr als 60 deutschen Naturschutzgebieten für Schlagzeilen sorgten. Als potenzielle Ursache für das Insektensterben gilt laut der Studie eine intensive Landwirtschaft.

Langjährige Partnerschaft mit Landwirten
Das neue Bienenrefugium ist eine weitere Umweltschutzinitiative der ESM: "Als kommunales Unternehmen setzen wir uns auf vielfältige Weise für den Umweltschutz ein. Die Energiewende ist ein Teil davon, ein anderer ist der Grundwasserschutz", erläutert Klaus Burkhardt. Als Trinkwasserversorger, der täglich mehr als 11.000 Haushalte in Selb, Schirnding und Hohenberg mit Trinkwasser in einwandfreier Qualität beliefert, betreibt die ESM seit vielen Jahren Partnerschaften mit Landwirten, die Felder in Wasserschutzgebieten bewirtschaften. Diese verpflichten sich, ihren Düngereinsatz auf ein Minimum zu reduzieren. Dafür erhalten sie Ausgleichszahlungen für geringere Ernteerträge von der ESM. Seit 2013 verteilt das Unternehmen außerdem Saatgut für Zwischenfrüchte. Die im Herbst mit Senf, Ölrettich, Klee und Gräsern bestellten Felder binden überflüssigen Stickstoff und schützen so das Grundwasser. Außerdem bieten auch diese Grünflächen Nahrung für Insekten wie die Honigbiene.