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Der neue Kanal ist drin

In der Hohenberger Straße erneuert die ESM jetzt die Strom-, Gas- und Trinkwasserleitungen ‒ felsiger Untergrund fordert AWS und ESM heraus

SELB. In der Hohenberger Straße überlassen die Abwasserbetriebe Selb (AWS) jetzt das Feld vorrangig der Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM). Seit Mai erneuern die beiden kommunalen Unternehmen zwischen Schützenstraße und Schulzentrum die Rohre und Leitungen für Abwasser, Trinkwasser, Strom und Erdgas. Der Hauptkanal und 90 % der Hausanschlüsse der Mischwasserkanalisation in der Hohenberger Straße sind fertig gestellt. „Die Haupttrasse für die Verlegung sämtlicher Leitungen, befindet sich nun auf öffentlichem Straßengrund“, sagt Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM und gleichzeitig Werkleiter der AWS. Die Arbeiten finden im Vorfeld der Fahrbahnerneuerung durch die Straßenbauverwaltung statt. „Mit unserem koordinierten Vorgehen vermeiden wir, dass der Belag zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet werden muß“, informiert er. Der Leitungsabschnitt wäre in den kommenden Jahren in jedem Fall saniert worden. Insgesamt 300 Meter Kanal und 400 Meter Versorgungsleitungen tauschen die beiden Unternehmen im ersten Bauabschnitt aus. Des Weiteren werden, soweit erforderlich, auch die Hausanschlüsse für Gas und Wasser erneuert. „So können wir die hohe Versorgungsqualität in Selb auch in Zukunft halten“, betont Klaus Burkhardt. In Abstimmung mit der Stadt Selb und dem staatlichen Bauamt Bayreuth werden in den kommenden Jahren weitere Abschnitte in Richtung Vorwerk erneuert.

Fels verzögert Zeitplan
Als Herausforderung bezeichnet Stephanie Henschke den Untergrund in der Hohenberger Straße: „Bei Probebohrungen wurde ein hoher Felsanteil im Untergrund festgestellt. Dennoch konnten wir die gegebenen Untergrundverhältnisse nur abschätzen“, sagt die AWSIngenieurin und technische Leiterin des Kanalnetzes bei der AWS. Mit einer Spezialfräse musste dann deutlich mehr Granitgestein im geplanten Trassenverlauf aufgebrochen werden, um den neuen Kanal in vier Meter Tiefe verlegen zu können. Die Verzögerung des Zeitplans holten ESM und AWS zumindest teilweise wieder auf: „Wir arbeiten eng zusammen ‒ im wahrsten Sinne des Wortes: zur gleichen Zeit im gleichen Abschnitt des Grabens, um möglichst rasch vorwärtszukommen“, erzählt sie. Von Vorteil ist da, dass ESM und AWS unter demselben Dach in der Gebrüder-Netzsch-Straße beheimatet sind, „die kurzen Wege zu den Kollegen erleichtern die Koordination immens“, ergänzt ESM-Betriebsingenieur Christian Fischer, der für die Wasser- und Erdgasleitungen zuständig ist. Der Plan, bis zum Schuljahresbeginn den Teilabschnitt zwischen Heidestraße und Schulzentrum komplett fertig zu stellen, konnte zwar nicht ganz eingehalten werden, dennoch wurde eine Lösung gefunden, diesen Bereich bis zum Schulbeginn am Dienstag wieder für den Fahrzeugverkehr zu öffnen. Für die Erneuerung von Hausanschlüssen ist in den Herbstferien dann nochmals eine kurzzeitige Sperrung dieses Bereiches von wenigen Tagen erforderlich, die jedoch auf die Herbstferien verschoben werden konnte. Ab dem 10. September kann der Verkehr die Baustelle in der Hohenberger Straße wieder über die Jahnstraße und Heidestraße umfahren. Die Hohenberger Straße ist ab November wieder ungehindert befahrbar.

Fit für die Zukunft
Weil Starkregenereignisse auch hierzulande zunehmen, setzen die Abwasserbetriebe beim neuen Kanal auf einen größeren Durchmesser: Der alte Kanal mit einer Nennweite von 40 Zentimetern stieß bei großen Niederschlagsmengen immer öfter an seine Grenzen, der neue Kanal misst 50 Zentimeter im Querschnitt und ist damit um 60 % leistungsfähiger. „Einen Jahrhundert-Regenguss können wir so zwar immer noch nicht auffangen, für zunehmend starke Regenfälle sind wir aber gut gewappnet“, erläutert Stephanie Henschke und fügt an: „Denn zu groß darf der Kanal auch nicht sein, sonst können Mindestfließgeschwindigkeiten nicht eingehalten werden. Die Folge sind Ablagerungen, Verstopfungen und unangenehme Gerüche.“ Für die neuen Leitungen kommen moderne Materialien zum Einsatz: Statt Steinzeug wird Kunststoff verwendet, denn dieser ist flexibler und widersteht mechanischen Einflüssen von außen besser. Gleiches gilt auch für die neue Trinkwasserleitung, die von der ESM verlegt wird. „Die alten Gussleitungen werden durch moderne Kunststoffrohre aus PE ersetzt.“ fügt Christian Fischer an.

Moderner Trafo spart Platz
Auch das Starkstromkabel auf der Mittelspannungsebene wird in der Hohenberger Straße ausgetauscht. Außerdem erneuert die ESM die dort befindliche Trafostation, die den Strom von 20.000 Volt der Mittelspannung, auf die haushaltsübliche Niederspannung von 240 Volt bringt. Am neuen Standort wird eine Kompaktstation ihren Dienst tun, „beim heutigen Stand der Technik sinkt der Platzbedarf deutlich“, erläutert Betriebsingenieur Christoph Broßmann, der für die Stromseite der Maßnahme zuständig ist. Voraussichtlich Mitte September geht die neue Station ans Netz, „dazu werden wir in einigen Straßenzügen die Versorgung kurzzeitig unterbrechen müssen“, kündigt er an. Anlieger werden von der ESM rechtzeitig per Postwurf informiert. Im Zuge der Bauarbeiten verlegt die ESM außerdem ein neues Meldekabel für die Steuerung der Anlagen und bereitet mit Leerrohren den Glasfaserausbau in Selb weiter vor.

Fahrzeuge können passieren
Noch bis November bleibt die Hohenberger Straße zwischen der Schützenstraße und der Heidestraße, in Absprache mit dem Ordnungsamt, für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Heidestraße und die Jahnstraße. Mit Beginn des neuen Schuljahres am 10. September, ist die Baustelle von der Einmündung Heidestraße bis zum Schulzentrum wieder befahrbar. Da einige Baugruben erst im Oktober nach den Einbindearbeiten wieder verschlossen werden können, kann es an diesen Engstellen zu Behinderungen kommen. „Um die Auswirkungen für Selb so gering wie möglich zu halten, arbeiten wir eng mit den beteiligten Busunternehmen und dem Ordnungsamt zusammen“, sagt Christian Fischer. „Ganz ohne Auswirkungen für Verkehr und Anlieger geht es leider nicht“. Es wird jedoch alles Machbare getan, um die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer und die Anlieger so gering wie möglich zu halten.