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Gut für die Firma, gut fürs Klima?

Energieeffizienz ist zentrale Stellschraube, um langfristig Betriebskosten zu senken ‒ Veranstaltung "Campus Energieeffizienz" der ESM sensibilisiert für Sparpotenzial

SELB/MARKTREDWITZ. "Mehr Energieeffizienz im Betrieb gibt es nicht gratis. Aber es lohnt sich!" So fasst Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM, zusammen, was Vertreter von Firmen aus dem Landkreis Hof und Wunsiedel gemeinsam mit Experten erarbeitet haben. Auf dem ersten Campus Energieeffizienz Ende September beschäftigten sie sich mit zentralen Fragen rund um die Bereitstellung von Energie. Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verbrauchen etwa 70 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland: "Wenn wir beim Klimaschutz vorankommen wollen, müssen wir auch in Industrie und Gewerbe Energie möglichst effizient einsetzen", betont er. Weil sich die ESM als Partner der lokalen Wirtschaft versteht, unterstützt sie mit Know-how und Fachexpertise. Um die Potenziale für Energieeffizienz zu heben, plant die ESM im Nachgang zum Campus die Einrichtung eines Netzwerks, das diejenigen Betriebe in der Region verbindet, die ihre Energieeffizienz mit Hilfe der ESM und der Energieagentur Nordbayern verbessern möchten. "Jedes Unternehmen aus der Region ist herzlich eingeladen mitzumachen", betont er.

So viel wie 1,5 Kernkraftwerke
Allein in Deutschland sind rund 60.000 Druckluftanlagen in Unternehmen im Einsatz. "Sie verursachen etwa sieben Prozent des industriellen Stromverbrauchs pro Jahr. Rechnerisch braucht es also 1,5 Kernkraftwerke nur für die Energieerzeugung für Druckluft!", führte Christian Stenglein von der Energieagentur Nordbayern GmbH in seinem Vortrag aus. Der Experte geht davon aus, dass durch effiziente Systeme ein Einsparpotenzial von 20 bis 30 Prozent realisierbar ist. "Das Potenzial ist enorm. Und weil Investitionen in Energieeffizienz die Betriebskosten senken, amortisieren sie sich schnell", fügt er an.

Effizienzberatung vom Experte
Wer den Energieverbrauch im Unternehmen dauerhaft senken will, dem rät Katja Gehrung von der Energieagentur zunächst, mit offenen Augen durch den Betrieb zu gehen: "Dann fallen einem Kleinigkeiten ins Auge, wie etwa zugestellte Heizungen oder man hört Druckluft entweichen", führt sie aus. Ausführlicher und fundierter wird die Erfassung der Ausgangslage durch eine Betriebsbegehung, wie sie die Energieagentur auch im Rahmen des geplanten Effizienznetzwerks durchführen wird. Einen ersten Eindruck über Ablauf und Optimierungsmöglichkeiten konnten sich die Teilnehmer des Campus bereits verschaffen bei einer Führung durch die Gebäude der Firma Vishay Electronic.

Nur Ökostrom alleine ist nicht genug
In Deutschland war 2018 der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energiemix zwar auf Rekordhoch. "Mit den Erneuerbaren allein werden wir die Klimaziele aber nicht erreichen können. Es genügt nicht, fossile Kraftwerke eins zu eins durch erneuerbare Energien, also EEG-Anlagen, zu ersetzen", ist Klaus Burkhardt überzeugt. Denn das Potenzial aus regenerativen Quellen reiche nicht aus, um den Gesamtbedarf decken zu können. "Wenn die Gesellschaft und die Wirtschaft grüner werden sollen, müssen wir alle Energie sparen." Für ihn ist das als ESM-Chef kein Widerspruch: "Wir verkaufen schon lange nicht mehr nur Strom und Gas, sondern sind Infrastrukturdienstleister und Energiepartner unserer Kunden."


Bildunterschrift:
Stephan Rummel von der ESM berichtet vor Vertretern der Industrie über die Vorteile eines Energieeffizienz-Netzwerkes.