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Mammutprojekt Marienplatz in den Startlöchern

ESM und AWS erneuern Rohre und Leitungen – Vollsperrung seit Montag, 17. August – neuer Kanal besser für Starkregen gerüstet

SELB/MARKTREDWITZ. Seit Montag (17. August) ist es so weit. Jetzt beginnen die Abwasserbetriebe Selb (AWS) und die Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) damit, das Selber Herzstück schrittweise umzubauen. Die von der Stadt Selb geplante Neugestaltung des Marienplatzes ist das nahezu wichtigste Projekt auch im Hinblick auf die Bayerisch-Tschechischen-Freundschaftswochen 2023. Die stark frequentierte Ampelkreuzung wird in den kommenden Monaten einem Kreisverkehr weichen, der großzügig auf künftige Verkehrsbedingungen ausgelegt ist. Während sich die AWS ab Montag den Entsorgungsleitungen widmet, erneuert die ESM sämtliche Versorgungsleitungen rund um den Marienplatz. Für die Zeit der Baumaßnahme ist die Kreuzung voll gesperrt. „ESM und AWS arbeiten zur gleichen Zeit und eng abgestimmt, damit wir bei diesem Mammutprojekt so rasch und sauber wie möglich vorankommen“, betont Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM und gleichermaßen Werkleiter der AWS. Insgesamt investieren die ESM und die AWS beim gemeinsamen Umbauprojekt am Marienplatz und in den angrenzenden Straßenzügen rund 2,2 Millionen Euro. „Wir arbeiten verantwortungsbewusst, koordiniert und vor allem mit Weitsicht. Dadurch sind wir guter Dinge, das Projekt bis Mitte 2021 erfolgreich abzuschließen“, sagt Klaus Burkhardt.

Besondere Baustellen erfordern besondere Bauteile

Zeitgleich und gemeinsam erneuern die beiden kommunalen Unternehmen die Rohre und Leitungen für Abwasser, Trinkwasser, Strom, Breitband und Erdgas. Die AWS hat dabei mit einem neuen Regen- und Abwasserkanal alle Hände voll zu tun. „Dass der Marienplatz nun umgebaut wird, passt ganz gut. Wir hätten an dieser Stelle in den kommenden Jahren sowieso den Kanal erneuern müssen“, erklärt Stephanie Henschke, Betriebsingenieurin für das Kanalnetz der AWS. „Der Marienplatz ist nämlich nicht nur Hauptknoten für den Verkehr, auch Selbs Abwasser läuft hier zentral zusammen“, so die Ingenieurin. Den in die Jahre gekommenen Kanal baut die AWS nun grundlegend um. Das vorhandene Kanalsystem wird durch eine Regenwasserkanalisation ergänzt. Dafür wird die vorhandene Bachverrohrung, die keine Funktion mehr erfüllt, zurückgebaut. Früher wurde durch sie das Schafbächlein, der sich aus dem Vielitzergraben speist, unterirdisch geleitet. Weil Starkregen auch hierzulande zunimmt, setzen die Abwasserbetriebe beim neuen Kanal auf einen größeren Durchmesser. Die räumliche Enge am Marienplatz erschwert dies jedoch. Darum muss die AWS vorwiegend Sonderbauteile und Sonderformen für Schachtbauwerke und Rohre verwenden. Statt einem runden oder einem eckigen Querschnitt setzt die AWS ein Maulprofil ein: Es ist 2,5 Meter breit und 1,5 Metern hoch und besteht aus Stahlbeton. Der Vorteil: So lässt sich mit einem möglichst kompakten Kanal möglichst viel Wasser abtransportieren.

„Jedes einzelne Rohrstück ist rund 2,5 Meter lang, diese in die Baugrube zu heben, wird Zentimeterarbeit“, erläutert Stephanie Henschke. Zudem bringen die Sonderbauteile eine längere Lieferzeit mit sich. „Die Mühe lohnt. Letzten Endes sind wir damit für stärkere Regenfälle deutlich besser gewappnet. In der geänderten Form lagern sich auch Schwebstoffe weniger ab, was die Betriebskosten für aufwendiges Durchspülen einspart", erklärt sie.

Alle Räder müssen ineinandergreifen

Während sich die AWS um die künftige Abwasserentsorgung kümmert, erneuert die ESM parallel die Versorgungsleitungen. „Um Platz zu schaffen für die Kanäle der AWS und den Kreisverkehr, werden die Energie- und Wasserleitungen entsprechend umgelegt“, erläutert Andi Sprenger, technischer Leiter der ESM und der AWS. Auf dem Programm stehen eine Versorgungsleitung für Erdgas sowie neue Stromkabel der Nieder- und Mittelspannung. „Die Herausforderung liegt besonders darin, sich gegenseitig baulich nicht in die Quere zu kommen“, sagt der technische Leiter. Die Kanalleitungen liegen an einigen Stellen nur halb so tief unter der Erde wie normalerweise. Das hat zur Folge, dass auch die ESM eine räumliche Enge austarieren muss, um die Versorgungsleitungen so in der Baugrube zu verlegen, dass sie vor äußeren Einflüssen geschützt sind. Darüber hinaus müssen während der gesamten Bauzeit alle angeschlossenen Gebäude weiterhin mit Energie und Wasser versorgt werden. Auch die Wasserleitung wird erneuert. Ihr kommt im Versorgungssystem der ESM eine wichtige Rolle zu: Durch den Marienplatz verläuft die Hauptleitung vom Oberweißenbacher Wasserwerk, die den Selber Westen versorgt. „Wir müssen bei der Erneuerung dieser Leitung an manchen Stellen den Abwasserkanal kreuzen“, erklärt Andi Sprenger. „Die kontinuierliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Strom, Gas und Wasser hat für uns oberste Priorität“, erläutert Klaus Burkhardt. Auch für die Glasfaserleitung, die den Marienplatz auch in Zukunft queren wird, hat die ESM bereits Vorkehrungen getroffen: Sie hat eine parallele Glasfaserleitung aufgebaut, so dass sie letztendlich nur noch umschalten muss, um die Versorgung durchgehend gewährleisten zu können.

Bild: Der Marienplatz ist die Herzkammer der Selber Ver- und Entsorgung. Stephanie Henschke, Betriebsingenieurin der AWS und Andi Sprenger, Technischer Leiter der ESM koordinieren die komplexen Bauarbeiten. (Foto: ESM; Bild zum Abdruck frei)