Immer up-to-date

Damit Sie über aktuelle Unternehmensentwicklungen und -meldungen stets bestens informiert sind, finden Sie an dieser Stelle offizielle Nachrichten der Energieversorgung Selb-Marktredwitz.

Mittendurch statt außenrum

ESM verlegt im Rahmen der Dorferneuerung in Lorenzreuth neue Leitungen – für komplexes Projekt wird Röslau abgesenkt.

SELB/MARKTREDWITZ. Normalerweise liegen Versorgungsleitungen einfach parallel zur Straße in ein bis zwei Metern Tiefe. In Lorenzreuth steht der Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) nun ein natürliches Hindernis“ im Weg: die Röslau. Im Zuge der groß angelegten Dorferneuerung im Marktredwitzer Stadtteil erneuert das Unternehmen die Strom- und Gasleitungen sowie die Kabel für die Straßenbeleuchtung. Zusätzlich steht die Trinkwasserleitung des Kommunalunternehmens Marktredwitz auf dem Plan. Dazu müssen alle Leitungen unter dem Fluss hindurchgeführt werden. Normalerweise würden die Querungen durch eine Bohrung erstellt.  In diesem speziellen Fall ist allerdings der Platz so begrenzt, dass ein anderes Verfahren zum Einsatz kommt. „Bei den Planungen achten wir einerseits auf Wirtschaftlichkeit, andererseits möchten wir die Auswirkungen für Anwohner und Umwelt so gering wie möglich halten“, erläutert Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM. Für den Bergbauingenieur ist daher die Baustelle in Lorenzreuth schon etwas Besonderes: In dem Abschnitt, in dem die Querungen erstellt werden, wurde der Wasserstand der Röslau bereits so tief wie möglich über eine Wehranlage abgesenkt. Dadurch sinkt auch der Grundwasserpegel. Anschließend rückte ein Bagger der beauftragten Baufirma Luding aus Regnitzlosau an, um zunächst eine provisorische Verrohrung für die Röslau zu erstellen. Daraufhin wurde der Graben der Leitungen für Trinkwasser, Gas und Strom ebenso wie für ein Leerrohr, das künftig Glasfaserkabel beherbergen kann ausgegraben. Planung und Koordination der Maßnahme übernehmen für die ESM die beiden Betriebsingenieure Christian Fischer (Wasser/Erdgas) und Christoph Broßmann (Strom/Breitband) die eng mit dem Kommunalunternehmen Marktredwitz zusammenarbeiten. „Weil in Lorenzreuth besonders viele Akteure gleichzeitig zugange sind, ist eine gute Kommunikation untereinander besonders wichtig“, betont Christian Fischer. Für die Querung der Röslau veranschlagen er und sein Team rund einen Monat. „Die übrigen Leitungsarbeiten im Bereich Thiersheimer Straße und Oberndorfstraße werden größtenteils zeitgleich ausgeführt“.  erläutert er.  

Erdgasnetze wachsen zusammen 
Sind die Leitungsbauarbeiten im August abgeschlossen, beziehen die Einwohner von Lorenzreuth Energie und Wasser nicht nur über ein neues Leitungsnetz. Auch die Versorgungssicherheit steigt. Christian Fischer erklärt die Hintergründe: „Bisher gibt es in Lorenzreuth zwei Inselnetze für den Transport von Erdgas auf Mitteldruckebene, die keine Verbindung untereinander haben. Das ändert sich mit der Röslau-Querung.“ Jedes Netz hat derzeit eine eigene Einspeisung – „im Stich versorgt“, nennt das der Fachmann. Das Problem: Fällt diese Einspeisung aus, bleiben die angeschlossenen Häuser kalt. Durch das neue, etwa 100 Meter lange Verbindungsstück gehört dieses Szenario der Vergangenheit an. „Wir erhöhen die Versorgungssicherheit: Würde mal wirklich eine Einspeisung ausfallen, könnten wir die Haushalte von der anderen Seite aus mitversorgen.“  

Mehr Power für Lorenzreuth 
Die Stromleitungen in Lorenzreuth werden zusätzlich verstärkt. Das betrifft vor allem die Mittelspannungsleitung, über die der Strom in den Ort transportiert wird. „Wenn neue Baugebiete entstehen oder sich Gewerbe ansiedelt, passen wir unser Netz an den steigenden Bedarf entsprechend an“, informiert Klaus Burkhardt, „Wachstum und Netzentwicklung gehen immer miteinander einher.“ Bereits jetzt legt die ESM daher den Grundstein für die Versorgung des neuen Logistikzentrums von Edeka.