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Unter der Eger durchgespült

ESM erneuert Hochdruck-Transportleitung für Erdgas in Hendelhammer mit innovativem Verfahren – Erdgas als Brückenenergie weiter erforderlich.

SELB/MARKTREDWITZ. Seit fast 70 Jahren ist die Erdgas-Hochdruckleitung von Selb nach Marktredwitz in Betrieb. Noch ist die Transportleitung in Hendelhammer an der Markgrafenbrücke befestigt, wo sie allerdings auf Grund von Sanierungsmaßnahmen weichen muss. Gesucht wurde nach einem Verlegeverfahren, ohne große Eingriffe in das dortige Naturschutzgebiet und in die dort fließende Eger vorzunehmen. Die Lösung dazu bietet das innovative „Horizontalspülbohrverfahren “ das momentan vor Ort angewendet wird.

Zwei Löcher, jeweils kleiner als ein PKW, hat die Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) jetzt ausheben lassen – eins links und eins rechts der Eger ganz in der Nähe der Markgrafenbrücke beim Sägewerk in Hendelhammer. Dort bohrt in ihrem Auftrag jetzt eine Spezialfirma einen sogenannten Düker unter dem Flusslauf durch; also eine Art Unterführung, ganz ohne aufzugraben. Bei dem Bohrverfahren wird das überschüssige Material mit Hilfe einer Bentonit Bohrspülung durch den Ringraum in Richtung Startgrube ausgespült. Des Weiteren wird durch das Bentonit der Bohrkanal stabilisiert, so dass dieser bis zum Einzug der Rohrleitung „steht“. „Das Verfahren geht schnell und kommt ohne Graben aus, das ist gerade bei so einer Flussunterquerung besonders wirtschaftlich und effizient“, sagt Christian Fischer, Betriebsingenieur für Erdgas und Trinkwasser bei der ESM. Gebraucht wird die Unterquerung für die neue Erdgas-Hochdruckleitung. Dafür werden nach der Bohrung spezielle, betonummantelte Stahlrohre mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern in den Hohlraum eingezogen. Dann kann der neue, rund 160 Meter lange Leitungsabschnitt nach bestandener Druckprüfung in den Bestand eingebunden werden und in Betrieb gehen. Die Rohrbauarbeiten werden voraussichtlich bis Mitte August abgeschlossen sein; die Inbetriebnahme des neuen Leitungsabschnitts erfolgt im September. Weitere Bauabschnitte erfolgen ab dem Jahr 2023.

Die ESM erneuert in den nächsten Jahren abschnittsweise die circa 4,7 Kilometer lange Erdgasleitung zwischen Hendelhammer und der Einbindestelle am Papiermühlweg in Selb. Der Bauabschnitt an der Markgrafenbrücke ist der erste davon. Er wurde vorgezogen, weil die Brücke saniert werden soll.

„Regelmäßige Wartungen, Kontrollen und Erneuerungen von Leitungstrassen sind wichtig, damit das Erdgasnetz sicher und leistungsfähig bleibt“, erklärt Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM. Das weitverzweigte Erdgasnetz in Deutschland sei für das Gelingen der Energiewende ein bedeutender Faktor, da über diese Infrastruktur in Zukunft auch Bio-Erdgas und Wasserstoff transportiert werden könne, informiert er. Klaus Burkhardt betont auch, dass Erdgas selbst als Energieträger noch eine ganze Weile unverzichtbar sei. Er sagt: „Angesichts der aktuellen Situation auf dem Energiemarkt wollen wir zwar lieber von heute auf morgen nicht mehr abhängig von Energieimporten sein, aber das geht nicht so schnell.“ Über 50 Prozent der Wohnungen werden in Deutschland aktuell mit Erdgas beheizt. Zudem sei Erdgas der klimaschonendste Energieträger unter den fossilen und beispielsweise sehr effizient nutzbar wenn es um die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom in Blockheizkraftwerken geht.

Bildunterschrift: Bohrarbeiten unter dem Flussbett der Eger in Hendelhammer. Um die Eger nicht umleiten zu müssen und Tiefbauarbeiten durch die beiden Flussläufe der Eger zu vermeiden, wird ein Tunnel gebohrt, durch den anschließend die neue Erdgas-Transportleitung gezogen wird, unter der Eger hindurch.