Windpark - Fragen & Antworten
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Die Mitmach-Energiewende

Lassen Sie doch einfach den Wind für Sie arbeiten. Mit Ihrer Beteiligung am Windpark Vielitz gestalten Sie die Energiewende in unserer Region aktiv mit und profitieren von einer attraktiven Rendite.

Elf Fragen und Antworten zum Windpark Vielitz

Transparenz bei der Planung und Realisierung des Windparks Vielitz ist uns ein wichtiges Anliegen. Erfahren Sie hier die wichtigsten Fakten rund um das Projekt.

1. Wieviele und welche Windräder wird die ESM bauen?

Wir bauen westlich der Autobahn A 93 im Landkreis Wundsiedel nahe des Selber Ortsteiles Vielitz vier Anlagen. Die Windräder haben eine Nabenhöhe von 141 Metern, einen Rotordurchmesser von 117 Metern und eine installierte Leistung von je 2,4 Megawatt. Es handelt sich um den Typ N117 des Herstellers Nordex. Diese Anlagen sind speziell für Binnenlandstandorte konzipiert. Durch die große Rotorfläche, die mehr als einen Hektar überstreicht, und einen relativ „kleinen“ Generator mit 2,4 Megawatt Leistung, erreicht man mit dieser Anlage am Standort Vielitz eine optimale Energieausbeute.

2. Wie lief die Planung ab?

  • Im Sommer 2011 haben wir mit der Planung angefangen. Sie begann mit der Analyse der Windgeschwindigkeiten an zahlreichen potenziellen Windpark-Standorten. Diese wurde vom TÜV Süddeutschland erstellt. Die geeigneten Standorte wurden anschließend zunächst einer internen Prüfung unterzogen. Einige dieser möglichen Standorte haben wir verworfen, da sie unseren eigenen Kriterien oder aber auch den gesetzlichen Vorgaben nicht in vollem Umfang gerecht geworden sind; zum Teil hielten wir den Abstand zu den nächsten Wohngebieten zu gering, andere waren nicht gut zugänglich oder das allgemeine Umfeld war nicht geeignet.    
  • Im April 2012 starteten wir dann die umfassenden Gutachten zu Flora und Fauna. Eine ganze Vegetationsphase lang haben Experten und Wissenschaftler Natur und Tiere beobachtet und dem geplanten Windpark eine gute Verträglichkeit bescheinigt.    
  • Im Juni 2013 starteten die konkreten Windmessungen in mehreren Höhen. Diese Messungen sind zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit eines solchen Projekts unerlässlich. Dazu errichtete die ESM für die Dauer eines Jahres (Juli 2014) einen 100 m hohen Windmessmast im Gebiet des geplanten Windparks, der die tatsächlichen Windgeschwindigkeiten, aber auch die Temperaturen auf verschiedenen Höhen und die Feuchtigkeit, erfasste. An diesem Mast wurde zusätzlich eine Batcorder angebracht, die in diesem Zeitraum die Aktivitäten von Fledermäusen erfasste.    
  • März 2014: Nachdem weitere Gutachten eingeholt wurden, beantragte die ESM die Genehmigung für den Bau des Parks.    
  • Im Juli 2014 wurde die Baugenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) von der zuständigen Behörde, dem Landratsamt Wunsiedel, erteilt.

3. Wieso dauert es so lange, bis ein Windpark gebaut werden kann?

Beim Windpark Vielitz werden fünf Jahre vergehen vom Projektplanungsstart bis zur Inbetriebnahme. Die meiste Zeit wird für die umfangreichen Gutachten gebraucht. Die Windräder sollen 20 Jahre zuverlässig Strom erzeugen und sich für die Region positiv auswirken. Deshalb ist es dem Gesetzgeber und auch uns wichtig, dass sich der Windpark gut mit Anwohnern, Tieren und Pflanzen verträgt. Auch die Wirtschaftlichkeit will genau geprüft sein; allein die Windmessungen dauern ein ganzes Jahr.

In unserer Region kam eine weitere Herausforderung hinzu: Im Wasserhochbehälter der ESM in Vielitz ist eine der zehn größten Erdbebenmessstationen Bayerns untergebracht. Der Gesetzgeber schreibt vorsorglich einen Mindestabstand von zwei Kilometern zu Windkraftanlagen vor, da die empfindlichen Messungen durch Windräder in Betrieb möglicherweise verfälscht werden können. Wir haben gemeinsam mit dem Geologischen Landesamt einen alternativen Standort für die Messwarte gesucht und einen geeigneten gefunden. Im August 2014 nahm die Erdbebenmessstation ihre Arbeit in einem anderen Hochbehälter der ESM in Längenau auf. Die alte Messwarte befindet sich aber nach wie vor im Hochbehälter in Vielitz. Das Geologische Landesamt nutzt sie, um zu erforschen, ob der Betrieb der Windkraftanlage tatsächlich Einfluss auf die Messungen der Erdbebenmessstation hat.

Nachdem das Landratsamt Wunsiedel alle erforderlichen Gutachten geprüft und die Baugenehmigung im Juli 2014 erteilt hatte, klagte ein Anwohner gegen diesen Bescheid. Die Klage wurde im Februar 2015 zurückgezogen. Seitdem laufen die konkreten Planungen für den Baubeginn auf Hochtouren.

4. Wann soll der Windpark in Betrieb gehen?

Im Spätsommer 2015 haben wir mit dem Wegebau, der Verlegung der Stromleitungen und den Fundamentarbeiten begonnen. Je nachdem wie früh der Winter hereinbricht, können wir mit der Montage der Türme beginnen. Anfang 2016 erfolgt dann die Fertigstellung der Windanlagen. Die Inbetriebnahme ist für Ende Mai 2016 ins Auge gefasst.

5. Wieviel Strom wird der Windpark erzeugen?

Wind ist ein "Naturprodukt", er weht, wann er will und wie stark er will. Der Ertrag des Windparks ist deshalb abhängig vom Windaufkommen. Wir haben im Vorfeld umfassende Windmessungen durchgeführt: Ein Jahr lang haben wir mit einem Messmast die tatsächlichen Windgeschwindigkeiten am Standort gemessen, mit wissenschaftlichen Daten verglichen und hochgerechnet. Ausgehend von diesen Prognosen rechnet die ESM mit einer Erzeugung von 21 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Mit dieser Menge können rechnerisch rund 7.000 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden.

6. Wie lang soll der Windpark laufen? Was passiert danach?

Der Windpark wird die Region mindestens 20 Jahre mit Strom versorgen können, der aus erneuerbaren Quellen stammt. Der Strom, den die Windkraftanlagen produzieren werden, wird direkt vermarktet, fest vergütet und vorrangig eingespeist. Nach der Stilllegung des Windparks werden die Anlagen komplett zurückgebaut. Bei einem Rückbau können etwa 90 Prozent des Materials recycelt werden. Der verbaute Stahl wird beispielsweise als Schrott in der Stahlproduktion verwertet, der Beton aus den Fundamenten findet im Straßenbau Verwendung.

7. Wie funktioniert Stromerzeugung in einer Windenergieanlage eigentlich?

Durch den anströmenden Wind werden die speziell hierfür konstruierten Rotorblätter in Bewegung gesetzt, wie schon früher die alten Getreidemühlen. In der Rotornabe (das ist der Punkt, in dem sich die Rotorblätter vereinen) wird die Drehbewegung der Rotoren genutzt, um einen Generator anzutreiben, der Strom erzeugt.

Wind weht immer, allerdings schalten sich die Anlagen erst bei einer Mindest-Windgeschwindigkeit zwischen 2 und 4,5 Metern pro Sekunde ein. Bei einer Nenn-
Geschwindigkeit von 10 bis 14 Metern pro Sekunde (je nach Anlage) erreichen sie ihre höchste Leistung. Bei Sturm dreht die Anlage automatisch ihre Rotoren aus dem Wind und schaltet sich ab. Die Rotoren drehen sich dann dennoch langsam weiter, jedoch im Leerlauf abgekoppelt vom Generator.

8. Was bedeutet die Energiewende für Deutschland?

Die Energiewende zählt derzeit zu den größten Aufgaben unserer Gesellschaft. Sie ist wichtig und richtig. Schließlich geht es darum, eine langfristig sichere und schadstoffarme Energieversorgung aus erneuerbaren Energien aufzubauen und den drohenden Klimawandel abzuschwächen. Notwendig ist dafür ein kompletter Umbau der Versorgungsstrukturen. Ein Ziel der Energiewende ist es, den regionalen Bedarf an elektrischem Strom soweit sinnvoll und möglich aus erneuerbaren Energiequellen in der Region zu erzeugen. In Deutschland produzierten im Jahr 2013 mehr als 23.600 Windenergieanlagen an Land mit einer installierten Leistung von gut 34.600 Megawatt sauberen Strom für Unternehmen und Haushalte.

Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 hat die Bundesregierung endgültig den Ausstieg aus der Atomenergie und den Umbau der Energieversorgung beschlossen. Ihr Ziel ist es, eine der umweltschonendsten und energiesparsamsten Volkswirtschaften zu werden und den Strompreis bezahlbar zu halten. Die Energiewende besteht aus drei wesentlichen Modulen: Energieeinsparung, Erhöhung der Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Energieanteil an der Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse soll im Jahr 2020 mindestens 25 Prozent betragen. In Deutschland leistet die Windenergie derzeit den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

9. Was kostet Windenergie – und was bringt sie?

Die Windenergienutzung bietet kurz- und mittelfristig das wirtschaftlichste Ausbaupotenzial unter den erneuerbaren Energien. Hierin sind sich Experten einig, auch das Bundesumweltamt teilt diese Einschätzung. Die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen spielt daher für die Energiewende eine bedeutende Rolle.

Kosten und Energiebilanz: Der Rohstoff Wind ist kostenlos, und Deutschland verfügt über ein Potenzial an Wind und geeigneten Nutzungsflächen, das enorm ist. Aber Windenergie ist nicht nur unter Kosten- und Klimaschutzaspekten attraktiv. Auch unter Entsorgungsaspekten ist sie interessant. Gefährliche Stoffe fallen erst gar nicht an (denkt man beispielsweise an die aktuelle Suche nach einem Endlager für Atommüll aus Kernkraftwerken), die Anlagen sind komplett und einfach rückbaubar; über 90 Prozent der Materialien werden recycelt.

Lokal und dezentral: Bei der Energiewende geht es nicht nur um den Klimaschutz und die Abkehr von der Kernenergie. Der Kraftwerkspark der Zukunft wird dezentral aufgebaut und möglichst nah bei den Verbrauchern liegen. Prägendes Element wird – möglichst lokal erzeugter – Strom aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Geothermie sein. Speicher und abschaltbare Verbraucher werden in Zukunft Ungleichgewichte zwischen Erzeugung und Bedarf regional ausgleichen. Herkömmliche fossil befeuerte Kraftwerke werden immer mehr zurückgedrängt und als Reserve bereitgehalten. Mehr Sicherheit und Autarkie: Was wir anstreben, ist eine langfristig sichere, nachhaltige und klimaneutrale Energieversorgung, die für jedermann bezahlbar bleibt. Windenergie ist eine heimische Energiequelle und leistet im Zusammenspiel mit weiteren erneuerbaren Energien wie der Biomasse, der Fotovoltaik oder der Wasserkraft einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit von Energieimporten.

10. Wie hoch sind die Kosten und Einnahmen?

In den Park mit vier Anlagen investieren wir insgesamt rund 18 Millionen Euro. Geplant ist, soweit technisch und wirtschaftlich möglich, Aufträge an regionale Firmen zu vergeben. Langfristig hat die Kommune beispielsweise etwas vom Windpark durch die Gewerbesteuer. Die Eigentümer der Windkraftstandorte profitieren von der Pacht für ihr Gelände, Firmen der Region durch Aufträge für Tiefbau, Kabelverlegung oder auch indirekt im Rahmen von Übernachtungen der Montagetrupps.

11. Warum realisiert die ESM dieses Projekt?

Die Energiewende in Deutschland erfordert einen kompletten Umbau der Energieversorgung – von den Kraftwerken bis zur Infrastruktur. Das ist Herausforderung und Chance zugleich. Die ESM nimmt diese Herausforderung an und setzt sich für die Gestaltung der Energiezukunft in unserer Region ein. Für uns hat ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln neben einer sicheren und möglichst günstigen Versorgung unserer Kunden mit Energie und Trinkwasser höchste Priorität. Mit dem Windpark in Vielitz kommen wir nicht nur der dezentralen und sicheren Versorgung unserer Region mit Energie einen Schritt näher. Durch diesen aktiven Beitrag zum Klimaschutz fördert und erhält die ESM die Lebensqualität auch für zukünftige Generationen und steigert die Wertschöpfung in der Region. Dabei ist es uns wichtig, stets die Planungshoheit zu behalten. So verzichteten wir bei der Planung bewusst auf eine schlüsselfertige Windparkerrichtung durch externe Projektierer oder Großinvestoren.