Planung des Windparks Vielitz
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Die Mitmach-Energiewende

Die Entscheidung zur Energiewende ist gefallen. ESM stellt sich der Aufgabe, die Energie-Zukunft noch sauberer zu gestalten und setzt bei der Realisierung auf Transparenz. Bereits in der frühen Planungsphase wurden daher Bürger, Politik und Presse informativ in das Projekt Windpark eingebunden.

Rückenwind fürs Fichtelgebirge

Spatenstich für Windpark Vielitz – regionale Energiewende gemeinsam gestalten – Bürgerenergie 2.1 als Erfolgsgeschichte – Wegebau weitgehend abgeschlossen

Spatenstich für Windpark Vielitz - zum vergrößern anklicken

SELB/MARKTREDWITZ. Es tut sich was im Wald: Am Mittwoch (14. Oktober) hat die Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) mit einem symbolischen Spatenstich das Startsignal für den Bau des Windparks in Vielitz gegeben. Tatkräftig mit angepackt haben neben Vertretern und Gesellschaftern der ESM auch Amtsträger aus der lokalen und regionalen Politik sowie Mitarbeiter der am Bau beteiligten Firmen. Die Vorarbeiten für den Windpark mit vier Windrädern, der rund 6.000 Durchschnittshaushalte mit Energie versorgen kann, gehen gut voran. "Die Wege zu den Standorten der projektierten Windenergieanlagen sind fast fertig und die ersten Baugruben für die Fundamente ausgehoben. Danach beginnen die Betonarbeiten für die Fundamente", erklärte Klaus Burkhardt bei der Veranstaltung am Nachmittag. Gemeinsam mit den weiteren Gästen der ESM besichtigte er die Baustelle in Vielitz. "Geplant ist, dass wir im November mit dem Bau der Türme beginnen können. Das hängt jedoch von der Witterung ab", informierte der ESM-Geschäftsführer. Voraussichtlich im Frühsommer 2016 wird der Windpark in Betrieb gehen.

Energiewende als Mitmach-Wende
Vier Windkraftanlagen vom Typ Nordex N 117 werden dort mit einer Nennleistung von jeweils 2,4 Megawatt Strom erzeugen. Die jährlich rund 21.500 Megawattstunden Strom aus der unerschöpflichen Energiequelle Wind werden dem Klima rund 11.000 Tonnen des klimaschädigenden Treibhausgases Kohlendioxid ersparen. Zum Vergleich: Auf einer Flugreise von Nürnberg nach San Francisco werden pro Fluggast rund drei Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Eingespeist wird der Windstrom in das Mittelspannungsnetz der ESM in Vielitz und Bernstein. „Die Energiewende muss eine Mitmach-Wende sein“, ist Klaus Burkhardt überzeugt, "nur gemeinsam mit Kommunen, Bürgern und Unternehmen vor Ort kann diese Zukunftsaufgabe gelingen."

Besonders erfreulich findet der ESM-Geschäftsführer die Unterstützung der Bevölkerung für den Windpark in Vielitz: "Der Rückhalt für dieses regionale Zukunftsprojekt ist groß. Das hat sich auch bei der Ausgabe unserer Anlagemöglichkeit ESM Bürgerenergie 2.1 bestätigt." Im Juni haben innerhalb von zehn Tagen Bürger aus der Region ihre Zeichnungswünsche in Höhe von 3,25 Millionen Euro beim Bürgerbeteiligungsmodell bekundet. Für die ESM sei dies ein klares Bekenntnis für die Energiewende vor Ort und den Windpark, betonte Klaus Burkhardt. Die Erlöse aus dem qualifizierten Nachrang-Darlehen fließen in die Realisierung des Windparks und in den weiteren Ausbau zukunftsweisender Energieprojekte durch den kommunalen Energieversorger. Die Windpark Vielitz GmbH & Co. KG ist eine 100-prozentige Tochter der ESM. "Wir sind fest mit der Region verwurzelt und wollen den Menschen die Möglichkeit geben, von der Energiewende auch finanziell zu profitieren. So steigern wir die Akzeptanz für das Projekt vor Ort", sagte Klaus Burkhardt.

Das nutze nicht zuletzt der Wirtschaftskraft im Fichtelgebirge. "Die Wertschöpfung aus dem Betrieb des Parks bleibt hier und fließt nicht in ferne Konzernzentralen ab."

Planungshoheit als Erfolgsrezept
Dass der ESM-Windpark im Fichtelgebirge planmäßig realisiert werden kann, liegt nach Einschätzung des Geschäftsführers auch daran, dass der Selber Energieversorger der Bevölkerung aktuelle Entwicklungen des Projektes laufend mitgeteilt hat. Der ESM war es dabei ein Anliegen, die Bürger und die politisch Verantwortlichen in der Region zeitnah und transparent über den Planungsstand des Windparks zu informieren. "Wir haben darüber hinaus bewusst auf den Kauf eines schlüsselfertig erstellten Windparks verzichtet. Die Projektleitung wurde komplett im eigenen Haus belassen", erläuterte Klaus Burkhardt. Nur so habe man das Versprechen gegenüber der Bevölkerung und der Politik vor Ort einhalten können, auf die lokalen Bedürfnisse soweit wie möglich Rücksicht zu nehmen. "Wo erforderlich, haben wir externe Experten in die Planung und Projektierung eingebunden, sodass die Fäden jederzeit bei der ESM zusammen liefen", führte des ESM-Geschäftsführer aus. Im Sommer 2011 begann die ESM mit den Voruntersuchungen in Form einer Windpotenzialanalyse an möglichen Windparkstandorten. Danach erfolgte eine Beurteilung der möglichen Standorte nach Zugänglichkeit und Nähe zur Wohnbebauung. Nachdem alle erforderlichen Gutachten positiv ausgefallen waren, erhielt die ESM die Baugenehmigung für den Park vom Landratsamt Wunsiedel.

Wegebau schreitet fort
Im Waldstück östlich der Autobahn A 93 begann im Sommer 2015 der Wegebau. Damit in den nächsten Monaten die rund 140 Meter hohen Türme der Windenergieanlagen errichtet werden können, werden die derzeit bestehenden Wald- und Feldwege ausgebaut und neue errichtet. Die Standorte der ersten beiden Anlagen sind bereits erschlossen, die Wege zum Bauplatz für das dritte und vierte Windkraftwerk werden derzeit gebaut. "Nach Abschluss dieser Arbeiten werden wir rund 25.000 Tonnen Schotter und anderes Material für den Unterbau der Wege zu den Windkraftanlagen aufgebracht und verdichtet haben, das entspricht rund 1.000 LKW-Ladungen", informierte der Bauleiter der ausführenden Firma Fröber, Achim Achtziger. Parallel zum Wegebau wurde mit dem Aushub der Fundamente für die vier Windkraftanlagen begonnen. Sind die drei Meter tiefen Gruben mit einem Durchmesser von etwa 20 Metern ausgehoben, wird die Stahlbewehrung eingeflochten. Pro Fundament werden rund 610 Kubikmeter Beton eingegossen, um den Windrädern den nötigen Halt zu geben. Die eigentlichen Türme werden als Fertigteile voraussichtlich Anfang November angeliefert. Mit Hilfe der über 140 Meter hohen Montagekränen werden die Windkraftanlagen dann errichtet. 

Der Windpark Vielitz in Zahlen

Vier Windkraftanlagen, Typ Nordex N 117

Betriebsdaten:
- Nennleistung pro Anlage: 2,4 Megawatt
- erwarteter Stromertrag pro Windkraftanlage: 5370 Megawattstunden pro Jahr

Maße Windkraftanlage:
- Gesamthöhe: 199 Meter
- Höhe bis zur Nabe: 140,6 Meter, davon 79 Meter Betonmast und 58 Meter Stahlmast

Maße Fundamente:
- Durchmesser: 21,5 Meter, Tiefe: 3,2 Meter
- Betonvolumen: 614 Kubikmeter

CO2-Ersparnis:
11.000 Tonnen Kohlendioxid gegenüber Stromerzeugung aus durchschnittlichem Kraftwerksmix

Die Anlagen

Nordex Windkraftanlage

Die ESM baut östlich der Autobahn A 93 im Landkreis Wunsiedel vier Anlagen. Die Windräder haben eine Nabenhöhe von 141 Metern, einen Rotordurchmesser von 117 Metern und eine installierte Leistung von 2,4 Megawatt.

Es handelt sich um den Typ N117 des Herstellers Nordex. Diese Anlagen sind speziell für Binnenlandstandorte konzipiert. Durch die große Rotorfläche, die mehr als einen Hektar überstreicht, und einen relativ "kleinen" Generator mit nur 2,4 Megawatt Leistung, erreicht man mit dieser Anlage am Standort Vielitz eine gute Wirtschaftlichkeit.

Die Planung

  • Im Sommer 2011 hat die ESM mit der Planung angefangen. Sie begann mit einer Windpotenzialanalyse an möglichen Windpark-Standorten. Diese wurde vom TÜV Süddeutschland erstellt. Die geeigneten Standorte wurden anschließend zunächst einer internen Prüfung unterzogen. Einige dieser potenziellen Standorte hat die ESM verworfen, da sie ihren eigenen Kriterien nicht in vollem Umfang gerecht geworden sind; zum Teil war der Abstand zu den nächsten Wohngebieten zu gering, andere waren nicht gut zugänglich.    
  • Im April 2012 starteten dann die umfassenden Gutachten zu Flora und Fauna. Eine ganze Vegetationsphase lang haben Experten und Wissenschaftler Natur und Tiere beobachtet und dem geplanten Windpark eine gute Verträglichkeit bescheinigt.    
  • Im Juni 2013 starteten die konkreten Windmessungen in mehreren Höhen. Diese sind zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit eines solchen Projekts unerlässlich. Dazu errichtete die ESM für die Dauer eines Jahres (Juli 2014) einen Windmessmast im Gebiet des geplanten Windparks, der die tatsächlichen Windgeschwindigkeiten erfasste. An diesem Mast wurde zusätzlich eine Horchbox angebracht, die in diesem Zeitraum die Aktivitäten von Fledermäusen erfasste. Zeitgleich wurden weitere Klimadaten wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfasst.    
  • März 2014: Nachdem weitere Gutachten eingeholt wurden, beantragte die ESM die Genehmigung für den Bau des Parks.    
  • Im Juli 2014 wurde die Baugenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) von der zuständigen Behörde, dem Landratsamt Wunsiedel, erteilt.

Stand der Dinge und weitere Schritte

Wegebau

Damit in den nächsten Monaten die rund 140 Meter hohen Türme der Windenergieanlagen errichtet werden können, werden die derzeit bestehenden Wald- und Feldwege ausgebaut und neue errichtet.

Die Standorte der ersten beiden Anlagen sind bereits erschlossen, die Wege zum Bauplatz für das dritte und vierte Windkraftwerk werden derzeit gebaut. In einem ähnlichen Vorgehen startet der Fundamentbau – los geht es am Standort eins und zwei, die beiden anderen folgen. Geplant ist, dass die ESM im November mit der Erstellung der Türme beginnt. Das hängt jedoch von der Witterung ab, unter fünf Grad Celsius kann das hierfür erforderliche Betonfundament nicht gegossen werden.

Anfang 2016 erfolgt dann die Fertigstellung der Windanlagen. Die Inbetriebnahme ist für Ende Mai 2016 ins Auge gefasst.

Kosten und Einnahmen

Bauarbeiten am Windpark Vielitz

In den Park mit vier Anlagen investiert die ESM insgesamt rund 18 Millionen Euro. Ein nicht unerheblicher Teil der Investitionssumme bleibt in der Region.

Langfristig profitiert unter anderem auch die Kommune vom Windpark beispielsweise in Form von Einnahmen aus Gewerbesteuern. Die Eigentümer der Windkraftstandorte beziehen Pacht für ihr Gelände, Firmen der Region erhalten Aufträge für Gutachten, Planungsleistungen, Tiefbauarbeiten und Kabelverlegung oder profitieren indirekt im Rahmen von Übernachtungen der Montagetrupps.

Die Stromerzeugung

Wind ist ein "Naturprodukt", er weht, wann er will und wie stark er will. Der Ertrag des Windparks ist deshalb abhängig vom Windaufkommen. Die ESM hat im Vorfeld umfassende Windmessungen durchgeführt: Ein Jahr lang hat sie mit einem Messmast die tatsächlichen Windgeschwindigkeiten am Standort gemessen, mit wissenschaftlichen Daten verglichen und hochgerechnet. Ausgehend von diesen Prognosen rechnet die ESM mit einer Erzeugung von 21 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Mit dieser Menge können rechnerisch rund 6.000 durchschnittliche Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden.

Und das funktioniert so: Durch den anströmenden Wind werden die speziell hierfür konstruierten Rotorblätter in Bewegung gesetzt, wie schon früher die alten Getreidemühlen. In der Rotornabe (das ist der Punkt, in dem sich die Rotorblätter vereinen) wird die Drehbewegung der Rotoren genutzt, um einen Generator anzutreiben, der Strom erzeugt.

Wind weht immer, allerdings schalten sich die geplanten Anlagen erst bei einer Mindestwindgeschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde ein. Bei einer Nenngeschwindigkeit von 10 bis 14 Metern pro Sekunde (je nach Anlage) erreichen sie ihre höchste Leistung. Bei Sturm dreht die Anlage automatisch ihre Rotoren aus dem Wind und schaltet sich ab. Die Rotoren drehen sich dann langsam weiter, jedoch im Leerlauf abgekoppelt vom Generator.

Die ESM und die Energiewende

Die Energiewende in Deutschland erfordert einen kompletten Umbau der Energieversorgung – von den Kraftwerken bis zur Infrastruktur. Das ist Herausforderung und Chance zugleich. Die ESM nimmt diese Herausforderung an und setzt sich für die Gestaltung der Energiezukunft in unserer Region ein. Für sie hat ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln neben einer sicheren und möglichst günstigen Versorgung ihrer Kunden mit Energie und Trinkwasser höchste Priorität.

Mit dem Windpark in Vielitz kommen sie nicht nur der dezentralen und umweltfreundlichen Versorgung unserer Region mit elektrischer Energie einen Schritt näher. Durch diesen aktiven Beitrag zum Klimaschutz fördert und erhält die ESM die Lebensqualität auch für zukünftige Generationen und steigert die Wertschöpfung in der Region. Dabei ist es ihr wichtig, stets die Planungshoheit zu behalten.

Besonderheiten beim Windpark Vielitz

Im Wasserhochbehälter der ESM in Vielitz ist eine der zehn größten Erdbebenmessstationen Bayerns untergebracht. Der Gesetzgeber schreibt vorsorglich einen Mindestabstand von zwei Kilometern zu Windkraftanlagen vor, da die empfindlichen Messungen durch Windräder in Betrieb möglicherweise verfälscht werden können.

Die ESM hat gemeinsam mit dem Geologischen Landesamt einen alternativen Standort für die Messwarte gesucht und einen geeigneten gefunden. Im August 2014 nahm die Erdbebenmessstation ihre Arbeit in einem anderen Hochbehälter der ESM in Längenau auf. Die alte Messwarte befindet sich aber nach wie vor im Hochbehälter in Vielitz. Das Geologische Landesamt nutzt sie, um zu erforschen, welchen Einfluss der Betrieb der Windkraftanlagen tatsächlich auf die Messung der Erdbebenmessstation hat.

Nachdem das Landratsamt Wunsiedel alle erforderlichen Gutachten geprüft und die Baugenehmigung im Juli 2014 erteilt hatte, klagte ein Anwohner gegen diesen Bescheid. Die Klage wurde im Februar 2015 zurückgezogen. Seit diesem Zeitpunkt laufen die konkreten Planungen für den Baubeginn auf Hochtouren.

Rolle der Windkraft in der Energiewende

Deutschland und die Energiewende
Die Energiewende zählt derzeit zu den größten Aufgaben unserer Gesellschaft. Sie ist wichtig und richtig. Schließlich geht es darum, eine langfristig sichere und schadstoffarme Energieversorgung aus erneuerbaren Energien aufzubauen und den drohenden Klimawandel abzuschwächen. Notwendig ist dafür ein kompletter Umbau der Versorgungsstrukturen. Ein Ziel der Energiewende ist es, den regionalen Bedarf an elektrischem Strom soweit als möglich aus erneuerbaren Energiequellen in der Region zu erzeugen. In Deutschland produzierten im Jahr 2013 mehr als 23.600 Windenergieanlagen an Land mit einer installierten Leistung von gut 34.600 Megawatt sauberem Strom für Unternehmen und Haushalte.

Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 hat die Bundesregierung endgültig den Ausstieg aus der Atomenergie und den Umbau der Energieversorgung beschlossen. Ihr Ziel ist es, eine der umweltschonendsten und energiesparsamsten Volkswirtschaften zu werden und den Strompreis bezahlbar zu halten. Die Energiewende besteht aus drei wesentlichen Modulen: Energieeinsparung, Erhöhung der Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Energieanteil an der Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse soll im Jahr 2020 mindestens 25 Prozent betragen. In Deutschland leistet die Windenergie derzeit den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

Kosten und Nutzung von Windenergie

Die Windenergienutzung bietet kurz- und mittelfristig das wirtschaftlichste Ausbaupotenzial unter den erneuerbaren Energien. Hierin sind sich Experten einig, auch das Bundesumweltamt teilt diese Einschätzung. Die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen spielt daher für die Energiewende eine bedeutende Rolle.

Kosten und Energiebilanz: Der Rohstoff Wind ist kostenlos. Und Deutschland verfügt über ein Potenzial an Wind und geeigneten Nutzungsflächen, das enorm ist. Aber Windenergie ist nicht nur unter Kosten- und Klimaschutzaspekten attraktiv. Auch unter Entsorgungsaspekten ist sie interessant. Gefährliche Stoffe fallen erst gar nicht an (im Gegensatz zu der aktuellen Suche nach einem Endlager für Atommüll aus Kernkraftwerken zum Beispiel), die Anlagen sind komplett und einfach rückbaubar; über 90 Prozent der Materialien werden recycelt.

Lokal und dezentral: Bei der Energiewende geht es nicht nur um den Klimaschutz und die Abkehr von der Kernenergie. Der Kraftwerkspark der Zukunft wird dezentral aufgebaut und möglichst nah bei den Verbrauchern liegen. Prägendes Element wird – möglichst lokal erzeugter – Strom aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne sein. Speicher und abschaltbare Verbraucher können dabei in Zukunft Ungleichgewichte zwischen Erzeugung und Bedarf regional ausgleichen. Herkömmliche fossil befeuerte Kraftwerke werden immer mehr zurückgedrängt und als Reserve bereitgehalten.

Mehr Sicherheit und Klimaschutz: Was Deutschland anstrebt, ist eine langfristig sichere, nachhaltige und klimaneutrale Energieversorgung, die für jedermann bezahlbar bleibt. Windenergie ist eine heimische Energiequelle und leistet im Zusammenspiel mit weiteren erneuerbaren Energien wie der Biomasse, der Fotovoltaik oder der Wasserkraft einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit von Energieimporten und zum Klimaschutz.

Presseinformation vom 13. Juni 2015

ESM Bürgerenergie 2.1 - investieren mit gutem Gewissen

Bürger können in Windpark Vielitz investieren – ESM bietet Darlehensgebern feste Laufzeit und attraktive Zinsen – Wertschöpfung kommt der Region zugute

Hier weht der Wind für mein Konto!

Planung des Windparks Vielitz

SELB/MARKTREDWITZ. "Hier weht der Wind für mein Konto!": Das können künftig Bürgerinnen und Bürger der Region in Hinblick auf den Windpark Vielitz sagen – sofern sie mitmachen. Denn seit dem 12. Juni 2015, können sie sich an der Finanzierung des Windparks beteiligen, indem sie der Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) ein Darlehen für den Ausbau in erneuerbare Energien und in zukunftsweisende Energieprojekte gewähren. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einer festen Verzinsung von bis zu 2,1 Prozent p. a. legen sie ihr Geld nicht nur attraktiv an, sondern tun darüber hinaus Gutes: Sie stärken die regionale Wirtschaft und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Mindesteinlage beträgt 500 Euro und steigt in 500er-Schritten bis maximal 20.000 Euro.

Bürgerbeteiligung ist der ESM ein Anliegen

"Uns ist es wichtig, dass die Bürger der Region etwas von der Energiewende haben – und nicht irgendwelche anonymen Großinvestoren", sagt Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM, "wir wollen die Energiezukunft gemeinsam mit ihnen gestalten und sie deshalb auch an den Energieprojekten beteiligen." Mit der Baugenehmigung des Windparks Vielitz, ihrem größten Einzelprojekt, treibt die ESM dieses Ziel weiter voran. Vier Windkraftanlagen werden sich im Frühsommer 2016 im Landkreis Wunsiedel für die klimaschonende Energiezukunft der Region drehen und rechnerisch rund 7.000 Haushalte mit Strom versorgen. Sie ersparen dem Klima pro Jahr 13.000 Tonnen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid und tragen so zum Erhalt der Lebensqualität in der Region bei.

Die Bürgerenergie

Damit sich die Bürger der Region an der lokalen Energiewende beteiligen können, hat die ESM im April 2015 die Windpark Vielitz GmbH & Co. KG gegründet. Diese wird Betreiber des Windparks sein. Die ESM hat sich für eine Bürgerbeteiligung in Form von qualifizierten Nachrang-Darlehen entschieden, weil diese den Investoren viel Sicherheit bietet und deren Kapital lediglich über einen überschaubaren Zeitraum bindet.

Über die Darlehen mit dem Namen "ESM Bürgerenergie 2.1" können Bürger zur Realisierung von Energiewende-Projekten in der Region wie dem Windpark in Vielitz beitragen. "Auf diese Weise hat die Bevölkerung die Gestaltung unserer Energiezukunft selbst in der Hand und die Wertschöpfung bleibt auch hier", informiert der ESM-Chef und fügt an: "Die Investoren – also Bürger von hier – profitieren und nicht irgendwelche fernen Konzernzentralen." Bis zu 20.000 Euro kann so jeder Bürger der Region investieren: Kunden der ESM erhalten eine feste Verzinsung von jährlich 2,1 Prozent, Nichtkunden von 1,45 Prozent. "Vor allem in Zeiten niedriger Zinsen für Spareinlagen ist die Investition in lokale Projekte auch eine wirtschaftlich attraktive Alternative", erklärt Klaus Burkhardt und fügt an: "Und man kann sogar sehen, worin man sein Geld investiert."

Die ESM Bürgerenergie ist dabei verbraucherfreundlich, denn Kosten wie Agio, Verwaltungsgebühren und Provisionen entfallen. "Die Höhe der angebotenen Verzinsung des ESM-Darlehens ist im Gegensatz zu vielen anderen Beteiligungsmodellen an Windkraft- oder Solaranlagen nicht abhängig vom Ertrag der Anlage", betont der ESM-Geschäftsführer.

Viel Wind in Vielitz

ESM Geschäftsführer Klaus Burkhardt mit Modell

Viel Wind in Vielitz
Voraussichtlich im Frühsommer 2016 wird westlich der Autobahn A 93 im Landkreis Wunsiedel der Windpark Vielitz in Betrieb gehen. Vier Windkraftanlagen vom Typ Nordex N 117, die speziell für Standorte im Binnenland konzipiert sind, und einer Nennleistung von jeweils 2,4 Megawatt werden dort dann Strom erzeugen.
Die Menge reicht aus, um rund 7.000 Durchschnitts-
Haushalte versorgen zu können. Klaus Burkhardt freut sich über die fast planmäßige Realisierung und den großen Rückhalt von Bevölkerung und Kommunalpolitik: "Wir schaffen hier aus eigener Kraft ein komplett regionales Zukunftsprojekt", informiert er. Denn das Besondere am Windpark Vielitz im Fichtelgebirge ist auch, dass sowohl Planung als auch Entwicklung des Parks zu 100 Prozent bei der ESM lagen. "Wir wurden zwar von einigen Experten unterstützt, haben aber bewusst auf die schlüsselfertige Errichtung des Windparks durch einen externen Projektentwickler verzichtet", erklärt Klaus Burkhardt.

Energiewende miteinander gestalten
In Deutschland ist die Akzeptanz der Energiewende nach wie vor hoch. Der Anteil an Energie aus Bürgerhand steigt dabei stetig: Rund 40 Prozent des produzierten Ökostroms in Deutschland stammen aus solchen Anlagen. Für Klaus Burkhardt ist der Umbau der Energieversorgung eine der größten Herausforderungen der heutigen Gesellschaft. Er ist sich sicher: "Die Energiewende muss man gemeinsam mit den Menschen vor Ort umsetzen!" Der regionale Energieversorger investiert deshalb vermehrt in erneuerbare Energien und zukunftsweisende Energieprojekte. Beispielsweise nahm er im Dezember 2014 gemeinsam mit der STEWOG in Marktredwitz zwei hocheffiziente Blockheizkraftwerke in der Rosenstraße in Betrieb. Als vermutlich kleinstes Mieterstrommodell Deutschlands profitieren die Mieter von der zukunftsweisenden Energieproduktion in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld.

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Pressemitteilung zum Spatenstich
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