Wohnquartier „Am Sterngrund“ umfassend modernisiert

Marktredwitz. Seit 2014 wurden die Gebäude rund um die Marienstraße und Breslauer Straße Schritt für Schritt energetisch, baulich und gestalterisch modernisiert. Gleichzeitig wurde die Wärmeversorgung des Quartiers über mehrere Bauabschnitte hinweg ausgebaut und neue Infrastruktur geschaffen. So greifen heute verschiedene Maßnahmen ineinander, die das Wohnumfeld und die Versorgung des Areals weiterentwickelt haben.

Die STEWOG investierte dabei rund 14 Millionen Euro in die Modernisierung von 26 Wohnhäusern mit rund 170 Wohnungen. Durch die energetischen Maßnahmen konnte der Energiebedarf der Gebäude um rund 50 bis 60 Prozent reduziert werden. 

„Mit der Modernisierung des Quartiers haben wir nicht nur in unsere Gebäude, sondern vor allem auch in die Zukunft und die Lebensqualität unserer Bewohnerinnen und Bewohner investiert“, so Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Oliver Weigel.

Ein wichtiger Baustein war dabei auch der Bau einer Heizzentrale und die Verlegung eines Nahwärmenetzes, an das die Wohnhäuser nach und nach angeschlossen wurden.

2015 begannen die ersten Überlegungen und Abstimmungen für eine gemeinsame Wärmeversorgung mit der STEWOG. 2016 startete der erste Bauabschnitt für die Verlegung der Nahwärmeleitungen sowie der Bau einer Heizzentrale in der Barbarastraße. Ein damals installiertes, erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) steht bis heute für die Wärmeversorgung der Wohnhäuser zur Verfügung.

2018 wurde die Zusammenarbeit um die Allgemeine Baugenossenschaft Marktredwitz (ABG) erweitert. Damit wuchs der Kreis der Projektpartner, die gemeinsam die weitere Entwicklung der Wärmeversorgung am Sterngrund vorantrieben.

Neben der energetischen Erneuerung wurde auch das Wohnumfeld deutlich aufgewertet. Außen- und Aufenthaltsbereiche wurden neu gestaltet, die Gebäude erhielten ein modernes Erscheinungsbild und zahlreiche Wohnungen wurden mit Balkonen ausgestattet.

„Uns war wichtig, dass die Modernisierung nicht nur auf dem Papier zu besseren Energiewerten führt. Die Menschen, die hier leben, sollen die Veränderungen unmittelbar erleben können – durch zeitgemäße Wohnungen, attraktivere Außenanlagen und ein insgesamt schöneres Wohnumfeld“, betont Mario Wuttke, Geschäftsführer der STEWOG.

Auch die Entwicklung des Wohnungsbestandes ging weiter. Die ABG Marktredwitz hat einschließlich eines Neubauprojektes bereits rund 10 Millionen Euro in das Quartier investiert. Die Entwicklung wird fortgesetzt: Für die geplante Modernisierung des Karrees an der Marienstraße, Breslauer Straße, Luisenstraße und Ludwig-Thoma-Straße sind weitere Investitionen von rund 10 bis 11 Millionen Euro vorgesehen.

„Die Investitionen von STEWOG und ABG zeigen, welche Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung des Wohnungsbestandes in Marktredwitz beigemessen wird. Dabei geht es nicht allein um Energieeinsparung und Klimaschutz, sondern ebenso um attraktiven, zeitgemäßen und bezahlbaren Wohnraum sowie ein lebenswertes Wohnumfeld“, erklärt Dr. Stefan Roßmayer, Geschäftsführer der Allgemeinen Baugenossenschaft Marktredwitz.

Wärmeversorgung aus einer Hand

Die Wärmeversorgung wurde mit dem weiteren Ausbau des Wohnareals an den steigenden Wärmebedarf angepasst. Deshalb wurde die Heizzentrale 2021 erweitert. Seitdem ergänzt ein 400 kW leistungsstarker Pelletkessel das BHKW. Für die Wärmeversorgung im heutigen Endausbau werden rund 300 Tonnen Pellets pro Jahr eingesetzt. Für Spitzenlasten steht zusätzlich ein Erdgasheizkessel zur Verfügung. Er kann bei besonders hohem Wärmebedarf zugeschaltet werden und übernimmt zudem die Wärmeversorgung, wenn der Pelletkessel beispielsweise für Wartungs- oder Revisionsarbeiten außer Betrieb ist.

„Als ESM wollen wir die Wärmezukunft in unserer Region aktiv mitgestalten. Der Ausbau dezentraler Wärmenetze und zukunftsfähiger Erzeugungslösungen ist dabei ein wichtiger Baustein. Das Nahwärmenetz „Am Sterngrund“ ist neben dem Netz am Benker Areal ein weiteres Beispiel dafür, wie Wärmeversorgung vor Ort gemeinsam weiterentwickelt werden kann“, betont Mathias Jakob, Geschäftsführer der ESM.

Von 2021 bis 2023 wurde das Wärmenetz in einem zweiten Bauabschnitt weiter ausgebaut. Damit konnten weitere Gebäude an die Wärmeversorgung angeschlossen werden. 2025 wurden die letzten Wohngebäude in das Nahwärmenetz integriert. Heute erstreckt sich das Wärmenetz über rund 850 Meter und versorgt 36 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt rund 270 Wohneinheiten. Die ESM übernimmt nicht nur die Wärmeerzeugung und -verteilung, sondern auch die Heizkostenabrechnung für die einzelnen Mietparteien. Auf Anregung der STEWOG wurde diese Leistung als neues Dienstleistungsangebot in das Portfolio der ESM aufgenommen. Dafür hat die ESM digitale Wärmemengenzähler in den Wohnungen installiert, die die Verbrauchsdaten per Funk übermitteln. Auf Basis dieser Daten erstellt die ESM die Heizkostenabrechnungen für die einzelnen Mietparteien.

Ergänzend zur Wärmeversorgung wurden auf benachbarten Wohngebäuden der ABG zwei Photovoltaikanlagen errichtet. Ein großer Teil des erzeugten Stroms wird für die elektrischen Anlagen der Wärmeversorgung genutzt.

Auch die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität wurde in die Entwicklung des Areals einbezogen. 2024 nahm ESM in der Breslauer Straße eine öffentliche Ladestation in Betrieb.

Investitionen für Gebäude und Wohnumfeld

Neben der Modernisierung und energetischen Weiterentwicklung der Gebäude wurden auch die Außenbereiche aufgewertet. Damit die Veränderungen nicht nur an den Gebäuden, sondern im gesamten Quartier sichtbar werden, wurden Außen- und Aufenthaltsbereiche neu gestaltet. Zum Abschluss der Maßnahmen wurde ein städtischer Spielplatz am Rand des Wohnquartiers umfassend erneuert. Das neue Gestaltungskonzept steht ganz im Zeichen der Feuerwehr – passend zur unmittelbaren Nähe zur örtlichen Feuerwehrstation.

Bei der Finanzierung der aufwendigen Erneuerung haben die ESM, die ABG und die STEWOG die Stadt unterstützend begleitet und damit zur Realisierung des Projekts beigetragen.

Gemeinsam über zehn Jahre

Die Entwicklung des Quartiers wurde über viele Jahre von einer engen Zusammenarbeit der beteiligten Partner getragen. Neben STEWOG, ABG, Stadt Marktredwitz und ESM waren auch zahlreiche regionale Handwerks- und Fachunternehmen sowie das Architekturbüro Sticht beteiligt. Ebenso bedanken sich STEWOG und ABG ausdrücklich bei der Regierung von Oberfranken für die großzügige Förderung im Rahmen des Bayerischen Modernisierungsprogramms sowie für die fachliche und beratende Begleitung der Maßnahmen. Die Unterstützung durch Zuschüsse und zinsvergünstigte Darlehen hat wesentlich dazu beigetragen, die umfangreichen Investitionen in die energetische und bauliche Modernisierung umzusetzen.

„Solche Projekte leben von einer guten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit. „Am Sterngrund“ haben die Stadt Marktredwitz, die Wohnungsbaugesellschaften, die ESM sowie die beteiligten Planungs- und Bauunternehmen aus der Region über viele Jahre eng zusammengearbeitet“, so Dominic Blechschmidt, Projektleiter für Wärmelösungen der ESM. „Wir stehen dem weiteren Ausbau von Nahwärmelösungen in Marktredwitz und der Region sehr positiv gegenüber und möchten diesen Weg gemeinsam weitergehen“, ergänzt Mathias Jakob.

Mit den umfangreichen Investitionen setzen STEWOG und ABG ein klares Zeichen für den Wohnstandort Marktredwitz: Bestehende Quartiere erhalten, energetisch modernisieren und gleichzeitig für die Menschen, die dort leben, attraktiv und lebenswert weiterentwickeln.

Neue Bäume von der ESM zum Abschluss

Mit der Pflanzung neuer Bäume wird die Entwicklung des Areals auch vor Ort sichtbar abgeschlossen. Im Zuge des Ausbaus der ESM-Heizzentrale waren zuvor Bäume gewichen. Mit der Neupflanzung wird dieser Bereich nun wieder ergänzt.

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